El Siglo de Oro in Spanien

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El Siglo de Oro in Spanien

Spanische Geschichte: El Siglo de Oro

Mareen Wittbrodt

El Siglo de Oro, was goldenes Zeitalter bedeutet, bezeichnet die zwischen 1550 und 1681 angeordnete Blütezeit Spaniens, in der die spanische Kunst, die Machtposition des erschaffenen Imperiums und die spanische Literatur einen Höhepunkt erlebten.

Vorbereitet wurde der Aufschwung Spaniens zu einer der bedeutensten Wirtschaftsmächte Europas unter anderem durch die Ereignisse von 1492, durch das Beenden der Reconquista und die erfolgreiche Seereise von Kolumbus nach Amerika. Die Reconquista, also die christliche Rückeroberung Spaniens, begann schon im Jahr 718 und endete damit, dass auch Granada als der letzte muslimische Herrschaftsbereich 1492 an die katholische Königsfamilie abgegeben wurde. Das Resultat der Reconquista war die Vetreibung und Ermordung des ursprünglich muslimischstämmigen Bevölkerungsanteils in Spanien, darunter auch die zum Christentum bekehrten Morisken. Darüber hinaus wurden auch die Juden einschlieβlich der zum Christentum konvertierten “Conversos“ ausgewiesen. Diese Unterwerfung Andersgläubiger und die geleistete Gegenwehr brachte viel Leid und Tod auf beiden Seiten und endete damit, dass auf die militärische Entvölkerung weite, nun unbewohnte Landstriche von Christen neu besiedelt wurden. Spaniens Macht wuchs weiter als Kolumbus in die “neue Welt“ einfiel und dadurch die Kolonialisierungszeit einläutete, was Ausbeutung und Unterdrückung für die ansässigen Ureinwohner mit sich brachte, aber für die spanische Krone vor allem eine potentielle Quelle der Bereicherung darstellte. Nicht zuletzt aufgrund dieser Ereignisse begann eine Ära des wissenschaftlichen Fortschritts mit neuen Erkenntnissen in der Kartografie, der Schifffahrt und der Gewinnung von Bodenschätzen. In Mainz machte Johannes Gutenberg derweilen eine gerade auch hinsichtlich der Verfügbarkeit und Verbreitung von Literatur maβgebliche Erfindung, die ganz Europa revolutionierte, den Buchdruck. Für Spanien und die Spanische Geschichte kam noch als weiterer Meilenstein der Zeit hinzu, dass das Kastilischen zur Amtssprache erhoben wurde.

In dieser Epoche voll von Kreativität und künstlerischem Schaffen, in der der Übergang von der Renaissance in den Barock in Spanien stattfand, entstand auch das Kronjuwel der Spanischen Literatur, Cervantes Roman Don Quijote. Miguel de Cervantes veröffentlichte 1605 den ersten Teil seines Meisterwerks Don Qujiote de la Mancha, dessen zweiter Teil zehn Jahre später folgte und von dem verarmten Landadeligen Don Qujote handelt, der in seiner Verücktheit und Begeisterung für die Ritterromane dem Wunsch nachgeht selbst ein Ritter zu sein und mit seinem Diener Sancho Panza durchs Land zieht um das Abenteuer zu suchen. Dieser Roman hat Züge einer Parodie auf die damals hochbeliebten Ritterromane, beschäftigt sich aber auch mit fundamentalen Fragen des Lebens, wie der Frage nach dem Unterschied von Traum und Wirklichkeit, von Ideal und Selbstbild, von Romanwelt und Realität sowie nach dem Gemachtsein von Literatur. Seine Originalität wird nicht zuletzt deutlich durch das Spiel in der Wortwahl und Erzählart, das von Dualität, Verstrickung und Mehrdeutigkeit geprägt ist. Neben diesem Roman von unvergleichlichem Weltruhm, der die Gattung Roman zutiefst geprägt hat, lieβen sich noch eine Reihe weiterer literarischer Kostbarkeiten dieser Zeit nennen, wie dem anonym veröffentlichten Roman Lazarillo de Tormes, der das Genre des Schelmenromans begründete, welches auch von Francisco de Quevedo bereichert wurde. Hierbei ist der Protagonist anders als gewöhnlich kein Priviligierter, sondern ein gewöhnlicher Mensch aus dem einfachen Volk, welcher die Verstrickungen des Lebens erfährt und den tatsächlichen Umstände der damaligen Zeit einen Spiegel vorhält. Als weiterer bedeutender Schriftsteller des Siglo de Oro gilt Lope de Vega, der in seinem Schaffen sehr produktiv war und besonders das spanische Theater nachhaltig bereicherte, darüber hinaus aber auch Gedichte und Schäferromane schrieb. Garcilaso de la Vega zeichnete sich durch seine Dichtkunst aus und Calderón de la Barca als herausragender Dramaturg und sein Tod gilt schlieβlich auch als Ende des Siglo de Oro. Neben diesen Beispielen aus der Literatur, die sich noch reichlich ergänzen lieβen um der Fülle an Ideengeist der Epoche auch nur annähernd gerecht zu werden, sollte auch die spanische Malerei hier nicht unerwähnt bleiben. Hierbei kommt man nicht umhin El Greco zu nennen, der von griechischer Abstammung ist und sowohl als Maler, Bildhauer als auch als Architekt groβe Werke geschaffen hat und dem im Toledo das Museo del Greco gewidmet ist. Daneben findet man von hohem Bekanntheitsgrad den Portraitmaler Diego Velázquez und Bartolomé Esteban Murillo der sich unter anderem durch seine christliche Kunst auszeichnete. Abschlieβend bleibt zu sagen, dass El Siglo de Oro, rückblickend seinen Namen erhielt, weil es als Zeit der Künste und als kulturelle Blütezeit Spaniens gesehen werden kann, es deshalb aber trotz allem nicht zu verstehen ist als der bloβe Höhepunkt einer Welle ohne Steigung und Niedergang, sondern von mehreren Entwicklungen und Phasen gekennzeichnet ist, als Teil des Stroms im Lauf der Zeit.

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