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Hunde und Tierschutz in Spanien

Hund am Strand

Anna

Über Hunde in Spanien zu berichten, ist ein sehr facettenreiches Thema, das vom Urlaub mit Hund über den Tierschutz in Spanien viele – positive wie auch negative – Aspekte miteinbezieht.

Beginnen wir doch mit dem Positiven: Bislang war Spanien für einen Urlaub mit Hund oder Camping mit Hund sicher nicht die erste Wahl. Auch wenn es in der spanischen Bevölkerung durchaus zahlreiche Hundebesitzer, Hunde-Clubs und Zuchtvereine gibt, ist die touristische Infrastruktur im Groβen und Ganzen nicht auf vierbeinige Urlauber eingestellt. Auf vielen spanischen Stränden sind Hunde nicht zugelassen, Hotels und Restaurants gewähren Gästen auf vier Pfoten keinen Zutritt und Hunde in Spanien in Geschäfte oder Läden mitzunehmen, ist ganz allgemein weniger üblich als in anderen Ländern. Mittlerweile hat sich diesbezüglich aber einiges geändert. Für Touristen ist ein Urlaub mit Hund in Spanien in einigen Urlaubsgebieten durchaus nicht mehr so unmöglich wie noch etwa vor einigen Jahren.

Den Vierbeiner zu Hause zu lassen, ist für die meisten Herrchen oder Frauchen eine äuβerst schwierige und schmerzvolle Entscheidung. Jemanden zu finden, der seinen Hund während des Urlaubs beaufsichtigt bzw. jemanden, dem man das treue Familienmitglied anvertrauen möchte, ist nicht immer einfach. Hat man sich dann letztlich doch für einen Urlaub mit Hund entschieden, so ist der Aufenthalt des Öfteren mit Problemen und vor allem mit vielen Einschränkungen verbunden. Jeder Hundebesitzer hat wohl schon mindestens einmal die traurige Erfahrung gemacht, seinen Vierpfoter während des Strandbesuchs oder des Abendessens im Hotelzimmer oder in der Ferienwohnung zurückzulassen und weiβ, dass der enttäuschte Blick seines Hundes dem Urlaub in Spanien oder sonst wo ebenso einen bitteren Beigeschmack hinterlassen kann wie schlechtes Wetter oder während der Reise verloren gegangenes Gepäck.
Wie bereits erwähnt muss das aber nicht mehr unbedingt so sein: An der Costa Brava etwa finden Urlauber mit vierbeinigen Reisebegleitern einige Abschnitte vor, die auf einen entspannten Urlaub mit ihrem Hund ausgerichtet sind. Hotels und Pensionen erlauben die Mitnahme von Tieren ohne Weiteres, in einigen Restaurants dürfen sie ihre Besitzer stolz begleiten und es gibt lange Strandabschnitte, auf denen sich auch Bello & Co. in ihren Ferien so richtig austoben und entspannen können. Die Strände sind mit Duschen ausgestattet und werden zudem, wie es in Spanien üblich ist, sehr regelmäβig gereinigt - was natürlich hygienisch für Hund und Mensch, von groβem Vorteil ist. Dennoch ist es empfehlenswert, den Urlaub mit Hund in Spanien in der Hauptsaison zu vermeiden und eher auf die weniger überfüllten Wochen und Monate auszuweichen.

Nicht nur ausländische Touristen, auch Spanier selbst werden heute häufiger als früher von ihren Hunden im Urlaub oder bei Erledigungen des alltäglichen Lebens begleitet. Wie es auch in anderen Ländern üblich ist, handelt es sich oftmals um kleinrassige Hunde, die nicht selten mit schicken Accessoires wie Schleifchen oder Haarspangen geschmückt sind und anerkennende Blicke und sympathisierendes Lächeln ernten.

Nicht zuletzt die schlechte wirtschaftliche Lage, in Verbindung mit der traurigen Realität eines allgemein roheren und rüderen Umgangs mit Tieren in Spanien, führt dennoch immer wieder dazu, dass viele Tiere, und darunter natürlich viele Hunde, in Spanien oft nach kurzer Zeit einfach auf der Straβe ausgesetzt werden. Die zahlreichen Tierheime in Spanien sind überfüllt und nicht selten entscheiden sich Touristen deshalb, einen Hund aus Spanien aus ihren Ferien mitzunehmen.

Ganz allgemein führt der Tierschutz in Spanien immer wieder zu polemischen Auseinandersetzungen und hitzigen Diskussionen. Häufigster Anlass ist dabei natürlich die Corrida, der Stierkampf in Spanien, der nicht zuletzt zu politischen Zwecken thematisiert wird. Das seit 2012 gesetzlich beschlossene Verbot des Stierkampfs in Katalonien beispielsweise wird unter anderem als anti-spanische Haltung interpretiert, da der Tierschutz in Spanien den Entscheidungen der einzelnen Autonomen Gemeinschaften obliegt.

Corrida und verwahrloste Tiere sind sichtbare Zeichen unwürdigen Verhaltens des Menschen gegenüber Tieren, die öffentlich diskutiert werden und diskutiert werden müssen. Es drängt sich aber genauso auf, sich ganz bewuβt vor Augen zu führen, welch unsagbares Leid jenen Tieren zugefügt wird, die im Sinne des Gewinn orientierten Nahrungsmittelmarktes beispielsweise tagelang und unter verheerenden Umständen durch ganz Europa transportiert werden, um ihnen im Bestimmungsland ein Geld und Anerkennung bringendes Siegel zu verpassen. Ein groβes Umdenken ist notwendig…

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